bibliothek20

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Mal der Versuch eine inhaltliche Diskussion zu führen. Vor kurzem ist der Dienst scribd (http://www.scribd.com) gestartet, ein YouTube für Texte. Was meint Ihr was bedeutet dies für bibliothekarische Repositories?

Wird sich dies auch für wissenschaftliche Texte durchsetzen?
Könnte und sollte man Repositories vielleicht so weiterentwickeln, das Texte direkt parallel publiziert werden?
Und was bedeutet dies für das Copyright und Autoren Verträge?

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Ich bin ein großer Fan von öffentlich zugänglichen, digitalen Publikationen. Oft werden Dokumente von Wert durch irgendein Gruppenverhalten aus dem Datensumpf hochgediggt. Das reicht mir zunächst als erster Qualitätshinweis.

Aber wie wollen Bibliotheken mit all den Werken umgehen, wenn immer mehr Konsumenten zu Produzenten werden?

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Das ist doch ein Trick, oder? Darauf gibt es doch drei stereotype Antworten, die seit Jahren hin und hergewendet werden, aber erstmal nicht falsch sind:
1.) Egal, wie viele Leute Informationen zu irgendeinem Web2.0-Angebot beitragen, es werden immer mehr Menschen sein, die diese Informationen "nur" "konsumieren" wollen. Insoweit: die Aufgabe, Informationen zu filtern und bereitzustellen, wird immer noch da sein. Ob und wie die Bibliotheken dann wahrnehmen ... das ist eine andere Frage.
2.) Für digitale Publikationen müssen (müssten eigentliche) digitale Repositories bereitgestellt werden, jeweils auf der Höhe der jeweils verfügbaren Technik. Ob das wer macht und ob das Bibliotheken sein werden, die das machen ... das ist eine andere Frage.
3.) Umzugehen haben Bibliotheken mit diesen Werken, wie mit Publikationen auf jedem anderen Datenträger auch. Sammeln, bereitstellen, anbieten. Wie das geht ... das ist eine andere Frage.
Insoweit beginnen die Fragen doch erst interessant zu werden, wenn man über die tatsächliche Praxis mit solchen Diensten diskutiert. Alles andere erscheint mir dann doch nur eine Sammlung von rhetorischen Fragen zu sein.

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Unbestritten - aber machen das die Nutzer solcher Dienste wie Scribed nicht schon von selbst für sich mit Hilfe von Tags? Das Filtern von Informationen? Und braucht die Bibliothek an sich nicht dann doch einen Account bei einem solchen Dienst - irgenwann muss man das wohl haben denn die Nutzer werden sicherlich eines Tages das als Standardfeature sehen - oder sollte sich schon für solche Dienste interessieren? Momentan ist das Ganze eine Randerscheinung hierzulande insofern muss man schon vorher theoretisch fragen wie man das Ganze herangeht und was es nützt und bringt und wie man sich verhalten möchte. Selbstproduzierte Inhalte von Bibliotheken sind ja hierzulande eher rar und ich glaube, das wird sich in Bezug auf Scribed nun auch nicht ändern wenn nicht der Benutzer selbst dafür Sorge trägt.
Sammeln, bereitstellen, anbieten - einverstanden. Doch dazu müsste die Bibliothek einen Account für Scribed oder Youtube oder was auch immer da kommt haben, müsste selbstständig nachschauen was für sie interessant ist - das Abliefern von Pflichtexemplaren bei Diensten wie Scribd ist - nun ja - eine interessante, erwägbare aber kaum machbare Möglichkeit. Bei all den Dingen die dort hochgeladen werden oder bei den Lulu.com-Büchern muss man sich ebend vorher hinsetzen und fragen was man will, wie man das will und wie man es erreicht - und ob Dienste wie Scribd oder Youtube schon wirklich den Eingang in die praktische Arbeit finden bevor man nicht Aufklärungsarbeit leistet und erklärt, was theoretisch möglich ist - ich sehe das als sehr schwierig an.
Genauso wie wenige deutsche Bibliotheken einen Del.icio.us-Account haben oder RSS-Feeds für Neuerscheinungen anbieten etc. pp. werden diese Fragen bezüglich Scribed und ähnlicher Dienste erst geklärt werden wenn man merkt, dass diese Dienste halt nicht morgen schon wieder verschwunden sind. Daher sind das keine rhetorischen Fragen sondern Fragen, die durchaus ernstgemeint sind und Fragen wie man mit solchen Diensten umgeht. Und das muss man sich vorher, bevor man sie nutzt, sehr genau klarmachen...
Ad Astra

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"Aber wie wollen Bibliotheken mit all den Werken umgehen, wenn immer mehr Konsumenten zu Produzenten werden?"

Und genau das ist die Kernfrage, vor der die Bibliothek steht. Nicht jetzt, nicht morgen aber frühestens dann wenn die Youtube-Myspace-Delicious-Kiddies erwachsen sind und an der Informationstheke nach dem RSS-Feed für die Neuerscheinungen oder dem für den Account bei Del.icio.us fragen.
Vollständig sammeln werden diese vom Benutzer erzeugten Inhalte wohl kaum Bibliotheken können, dafür ist es zuviel Material - eine Antwort habe ich darauf auch nicht, ehrlich geschrieben, aber natürlich ist das eine Kernfrage, die es zu klären gilt für die Zukunft.
Sonst sieht man nämlich den roten Lichtern des Zuges hinterher am Bahnhof...
Ad Astra

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Das Copyright oder Urheberrecht wird davon wohl kaum berührt - das verbleibt ja bei demjenigen der den Text erstellt hat. "Lustig" wird es bestimmt werden wenn die VG WORT dann Scribd verklagt weil geschützte Textauszüge online gestellt worden sind - das wird mit Sicherheit kommen, da gehe ich sehr stark von aus.
Ich habe mich mit "Scribd" noch nicht genug beschäftigt um endgültig ein Urteil abgeben zu können was das ist und wie es wirken wird. Das Einbinden ist natürlich eine spannende Geschichte.
Natürlich sollten Texte auch digital publiziert werden, möglichst gleichzeitig, möglichst unter OA - CC-Lizenz - aber ich sehe da einen enormen Widerstand in den Reihen der ehrwürdigen Hüter des Wissens aufkommen, die "Scribed" für so gefährlich halten werden wie Viacom Gootube. Aber so ist das ja immer bei neuen Techniken - die Schrift ist gefährlich weil sie die Bildvorstellung und das Gedächtnis gefährdet, das Fernsehen hat ja auch das Kino in den Ruin getrieben und das Internet natürlich das Buch ersetzt und überhaupt, die Jugend ist ja sowas von verdorben heutzutage... ;-)
Warten wir einfach mal ab was da kommt - sicher ist, dass die VG WORT bestimmt demnächst irgendwelche Verfahren einleiten wird... Und dann dürfen wir ja wohl auch demnächst eine Leerabgabe auf Webseiten bezahlen or so...
Ad Astra

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